Viele Eltern suchen nach Unterstützung für ihr Kind und stellen sich dabei eine wichtige Frage: Wird Lerntherapie eigentlich bezahlt?
Besonders bei Legasthenie oder Dyskalkulie wünschen sich Familien schnelle Hilfe, wissen aber oft nicht, welche Möglichkeiten der Kostenübernahme es gibt.
Grundsätzlich wird Lerntherapie häufig privat finanziert. Gleichzeitig gibt es jedoch unter bestimmten Voraussetzungen Möglichkeiten der Unterstützung — insbesondere über das Jugendamt (§35a SGB VIII) oder in Hamburg über die sogenannte AUL (Außerunterrichtliche Lernhilfe).
Was ist die AUL in Hamburg?
Die AUL ist eine Förderung der Hamburger Schulbehörde für Kinder mit erheblichen Schwierigkeiten im:
- Lesen
- Rechtschreiben
- oder Rechnen
Die Unterstützung richtet sich insbesondere an Kinder mit:
- Legasthenie
- Lese-Rechtschreib-Schwäche
- oder Dyskalkulie
Die Beantragung läuft meist über:
- die Schule
- das zuständige ReBBZ
- und die Hamburger Schulbehörde
Wichtig zu wissen: Die AUL gilt nicht automatisch bei Konzentrationsschwierigkeiten oder ADHS allein. Entscheidend sind deutliche Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben oder Rechnen.
Kostenübernahme über das Jugendamt (§35a SGB VIII)
Unter bestimmten Voraussetzungen kann Lerntherapie auch über das Jugendamt finanziert werden.
Dabei geht es vor allem um Kinder, die emotional stark unter ihren Lernschwierigkeiten leiden. Manche Kinder entwickeln:
- Schulängste
- starken Leistungsdruck
- Rückzug
- psychosomatische Beschwerden
- oder ein sehr geringes Selbstwertgefühl
Auch hier reicht ADHS oder reine Konzentrationsproblematik allein meist nicht aus. Relevant wird eine Unterstützung vor allem dann, wenn zusätzlich erhebliche Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben oder Rechnen bestehen und das Kind dadurch stark belastet ist.
In der Lerntherapie wird genau daran gearbeitet. Dein Kind baut die mathematischen Grundlagen Schritt für Schritt neu auf, arbeitet mit anschaulichen Materialien und bekommt die Zeit, die es braucht. Gleichzeitig wird der Druck reduziert und positive Lernerfahrungen werden möglich. So kann nicht nur das mathematische Verständnis wachsen, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Warum frühe Unterstützung wichtig ist
Viele Kinder mit Legasthenie oder Dyskalkulie erleben täglich Frust und Misserfolge. Häufig hören sie:
„Du musst mehr üben.“ oder „Du musst dich besser konzentrieren.“
Dabei geben sich viele Kinder bereits große Mühe.
Frühzeitige Lerntherapie kann helfen:
- Selbstvertrauen aufzubauen
- Lernblockaden zu reduzieren
- Motivation zu stärken
- und wieder positive Lernerfahrungen zu ermöglichen
Weitere Informationen zur Wirkung von Lerntherapie, findest du hier.

