Der Mythos vom "ruhig stellen" bei ADHS-Medikamenten

ADHS: Mythos der „Ruhigstellung“ und die Realität

ADHS betrifft weltweit Millionen Menschen, doch hartnäckige Mythen halten sich. Ein verbreitetes Missverständnis besagt, Kinder mit ADHS würden mit Medikamenten „ruhig gestellt“ werden.

Ursprünglich entstand dieser Mythos in den 1950er- und 1960er-Jahren, als erste Medikamente als „Wundermittel“ galten. In den 1990er-Jahren folgte eine kritische Debatte über zu unreflektierte Verschreibungen. Diese Übermedikamentisierung führte dazu, dass ADHS-Medikamente pauschal als schädlich gelten. Tatsächlich jedoch sind sie – bei richtiger Diagnose und Begleitung – eine wertvolle Unterstützung. Die Ursache dieser Klischees liegt in früheren Fehldiagnosen. Heute gilt: Eine individuelle ADHS-Behandlung kombiniert oft Medikamente mit Verhaltensstrategien, wie strukturierten Umgebungen oder Selbstregulation. So wird ADHS ganzheitlich und individuell behandelt.

Was das Klischee heute noch mit betroffenen und besonders mit Eltern macht

Dieses Klischee sorgt bis heute für Verunsicherung, gerade bei betroffenen Familien und Eltern, die vor der Entscheidung stehen, einen Behandlungsweg zu wählen. Es ist wichtig zu betonen, dass jede Familie selbst entscheiden kann, ob Medikamente der richtige Weg sind oder ob man vor allem auf andere Strategien setzt. Wichtig ist, alle Optionen gut informiert abzuwägen. So können Familien die beste, individuell passende Lösung finden – ganz ohne Druck und mit dem Bewusstsein, dass die Entscheidung immer in ihrer Hand liegt. Das Medikament stellt nicht ruhig, sondern bringt den Dopamin-Spiegel auf eine konstante Ebene, zumindest im Zeitraum wo es wirkt. Für betroffene bedeutet das: Etwas mehr Ruhe und Struktur.

 

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